Russische und ukrainische Frauen als Thema im deutschen Blätterwald

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Immer wieder gab es in den letzten Monaten interessante Artikel über russische und ukrainische Frauen in deutschen Zeitungen und Nachrichtenportalen. Die Neue Zürcher Zeitung beschreibt die russische Frauenpolitik von der Sowjetzeit bis hin zur traditionell-konservativen Politik Vladimir Putins. Wenn man so will, war Sowjetrussland das erste Land, in dem die gesellschaftliche Rolle der Frau grundlegend verändert wurde, da war die Leibeigenschaft der russischen Bauern gerade einmal seit 60 Jahren Geschichte.

In den zwanziger und dreißiger Jahren der noch jungen Sowjetunion wurden russische Frauen dazu angehalten, sich politisch zu engagieren, einen Beruf zu erlernen und gleichberechtigt und, wie es damals hieß, den “Sozialismus aufzubauen”. Dabei wurde jedoch die traditionelle Aufgabenverteilung in der russischen Familie beibehalten, die Frau hatte sich wie selbstverständlich um die Erziehung der Kinder zu kümmern, eine erhebliche Doppelbelastung die sie aber mit Bravour meisterte und bis heute noch meistert.

Die russische Superfrau

So entstand der Mythos der russischen Superfrau, der Familienmanagerin der alles gelingt und die alle Probleme lösen kann, die sich um die eigene “Brut” und auch um den ständig besoffenen Ehemann gleichermaßen kümmern muß. Gewiss ist ein solches Bild überzeichnet und verzerrt, im Kern ist es aber wahr. Dieses Frauenbild, einmal geschaffen und gelebt, setzt sich dann, quasi von selbst, von Generation zu Generation fort, denn die Töchter verinnerlichen das, was die Frau und Mutter in der Familie leistet und nehmen diese Rolle im Erwachsenenalter wie selbstverständlich ein.

Frauenbild im Westen

Dabei darf nicht vergessen werden, dass diese Politik den Frauen in der Sowjetunion  aufoktroyiert wurde, es war kein gesellschaftlicher Selbstläufer wie man ihn im Westen beobachten konnte und immer noch kann. Im Westen hat sich das Frauenbild subtiler, durch einen Mix aus Medienbeinflussung, Politisierung, Abschaffung einschränkender Gesetze und dem Zeitgeist der 68er verändert.

Der Doppelbelastung aus Beruf/Karriere und Familie/Kinder entledigten sich westliche Frauen durch die Wahl für eine Variante, entweder Karriere oder Kinder. In der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts fiel die Wahl der Frauen meistens zugunsten der Familie aus, seit dem Ende des letzten Jahrhunderts entscheiden sich jedoch immer mehr Frauen für die berufliche Selbstverwirklichung denn für beides gibt es im Westen weder traditionell noch staatlicherseits eine besonders gute unterstützende Grundlage.

“Starker Mann was nun?” mag man jetzt mit Ina Deter sprechen. Wenn ein großer Teil der anderen, weiblichen Hälfte der Bevölkerung, sich partout dem Dreiklang aus Kind, Kirche und Küche verweigert, bleibt ein großer Teil der männlichen Bevölkerung auf der Strecke. Jeder Betreiber einer Osteuropa Partnervermittlung kann ein Lied davon singen, fast schon verzweifelte Männer die sich ein mit Kindern gesegnetes normales Familienleben wünschen. Was ist daran falsch? Überhaupt nichts, das ist weder rückständig noch unmoralisch, auch wenn dies unseren Männern immer wieder eingeredet werden soll. Das hat mittlerweile auch die Politik erkannt und versucht diesen Trend mit einem massiven Kita-Ausbau und staatlicher Familienförderung umzukehren. Beruf und Karriere, Kind und Familie soll kein Widerspruch mehr sein, beides möglich sein.

Dabei vergessen die politisch Handelnden, dass der Staat im Westen den Frauen nur Angebote machen kann, ein aufoktroyieren staatlich gewollter Familienpolitik, wie in Zeiten der Sowjetunion, ist bei uns unmöglich. Deshalb werden auch noch so kostspielige Milliardeninvestitionen mit Elterngeld und Kita-Ausbau keine Wende bringen, wenn der Zeitgeist nicht mitspielt, und das ist nicht zu erkennen.

Also werden weiterhin Tausende frustrierte Männer bei unserer Partnervermittlung nach Frauen suchen, denen es nicht peinlich ist, wenn der Mann der Frau aus dem Mantel hilft oder ihr die Tür aufhält und die ihre Rolle als Mutter und Ehefrau selbstbewusst annehmen und trotzdem gleichberechtigt und auf Augenhöhe mit dem Ehemann.

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