Niederländischer TV Spot verärgert ukrainische Regierung

tv-spot-skandal-ukraine3Niederländischer TV Spot verärgert ukrainische Regierung

Ein niederländischer TV-Spot zeigt anzügliche Fotos von vermeintlich ukrainischen Frauen und hat damit einen diplomatischen Streit zwischen Kiew und Amsterdam ausgelöst. Während das ukrainische Außenministerium mit Entrüstung reagierte, haben sich niederländische Diplomaten noch nicht zum Vorfall geäußert.Der Werbespot mit dem Titel “Hou´m Thuis” (übersetzt: lass ihn nicht gehen) spielt darauf an, dass ukrainische Frauen sexy und promiskuös seien, und niederländische Ehefrauen dafür sorgen sollen, dass ihre Männer nicht zur EM in die Ukraine fahren. Der Clip zeigt eine Internetsuche mit der Google Bildersuche für den Suchbegriff “ukrainian women”. Google liefert daraufhin eine große Liste mit teilweise spärlich bekleideten Schönheiten. Die im Clip gezeigten Suchergebnisse sind tatsächlich real, Googles Bildersuche bringt für die Suchbegriffe “ukrainian women” tatsächlich solche Bilder.

Der Fairness halber muß man allerdings sagen, das es ähnliche Ergebnisse auch für andere Kombinationen der Worte Frau + Nationalität gibt.

Das Außenministerium der Ukraine hat auf den Werbespot sehr scharf reagiert und die Niederlande beschuldigt, die Menschenwürde zu verletzen und Menschen aufgrund ihrer nationalen Herkunft zu diskriminieren.

Wörtlich sagte der Sprecher des ukrainischen Außenministeriums, Aleksandr Dikusarov: “Wir verurteilen diese Art von Werbung, und fordern, dass der Clip nicht mehr ausgestrahlt wird”.

Das niederländische Außenministerium hat den Vorfall bisher noch nicht kommentiert.

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Der ukrainische Botschafter in den Niederlanden, Oleksandr Horin, hat den Werbespot als “erniedrigend und diskriminierend” bezeichnet und bereits den niederländischen Fußballverband kontaktiert. Der Verband distanzierte sich von dem Clip und teilte mit, dass man nie über den Inhalt des Clips informiert wurde, auch sei die Verwendung des Logos den niederländischen Fußballverbandes rechtswidrig.Der niederländische Energieversorger Nederlandse Maatschappij Energie, der die Anzeige in Auftrag gab, zeigte sich in einer Stellungnahme mit den Ergebnissen der Werbung zufrieden.

Die wachsende diplomatische Skandal sorgt außerdem dafür, dass die Werbekampagne des Unternehmens nun noch bekannter wird.

Der Clip wird auf mehreren niederländischen TV Kanälen ausgestrahlt und wurde mittlerweile auch auf YouTube veröffentlicht.

Inzwischen wurden auch bei der niederländischen Kommission für Ethik in der Werbung mehrere Beschwerden eingereicht.